Historie

Oberrohn - DAMALS, vor dem heutigen Tag

Hier werden Sie im Laufe der nächsten Wochen interessante Dinge über Oberrohn erfahren

Unser erfahrener Ortschronist ist jetzt gefragt. Er kann Dinge berichten .... Sie werden begeistert sein. Sollte jemand interessiert sein, in diesem Bereich mitzuarbeiten. Bitte kurze Info.

 

 

 

Eines sollte der interessierte Leser schon erfahren.

Bad Salzungen feiert in diesem Jahr sein 1250 jähriges Bestehen.

UND Oberrohn?? Oberrohn wurde im Jahre 1330 erstmals urkundlich erwähnt (wir sind noch in Klärung). Ja RICHTIG. Oberrohn feiert bald sein 700 jähriges Bestehen. Und das werden wir feiern, mit Sicherheit. Was Bad Salzungen kann, das können wir auch und für unsere Verhältnisse besser.

Im Bild unten: Stein der Vermutung. Die erste geschichtlich nachgewiesene Erwähnung Oherrohn?  Zu finden von Tiefenort kommend, gegenüber dem Teich, rechtsseitig in Oberrohn.

In der geschichtlichen Betrachtung von Herrn Sauerbrei, siehe unten, werden Jahreszahlen zwischen 1223 und 1259, für die Ersterwähnung von Rona (wahrscheinlich Unterrohn) genannt. In einer Verkaufsurkunde von Ludwig und Syboth von Frankenstein an das Stift Hersfeld vom Jahre 1330 ("Mittelrona und Oberrona ganz sampt dem Walde der Winterkasten") wird erstmals Oberrohn in bekannten, historischen Quellen benannt.

Man sollten 1330 als das "Geburtsjahr" von Oberrohn festzusetzen. Es würde passen, um angemessen zu feiern.

Die geschichtliche Entwicklung von Oberrohn

Die nachfolgend aufgezeigte geschichtliche Entwicklung von Oberrohn erfolgt in Abschnitten und wird nach und nach ergänzt. 
 

Unterrohn - Oberrohn - Mittelrohn

Genau so, wie es bereits im 12. Jahrhundert die Flurbezeichnungen Oberkieselbach, Mittelkieselbach und Unterkieselbach in unserer Heimat gegeben hat, wovon heute aber nur noch der Ortsname Kieselbach übrig geblieben ist, lernen wir schon früh die Ortsbezeichnungen Mittelrohn, Oberrohn und Unterrohn kennen. Es waren 3 Höfe, die sich erst später zu selbständigen Wohnplätzen entwickelten, wobei Mittelrohn als Wüstung geblieben ist. Es ist wohl so gewesen, dass Unterrohn als der beherrschende Hof angesehen werden mußte, denn bis zum späten Mittelalter werden alle drei Siedlungsplätze nie besonders aufgeführt, sondern stets unter der Sammelbezeichnung "Rona" erwähnt.

Am 21. Juli 1058 berichtet der bekannte Geschichtsforscher Dobenecker in der Regesta dipl. necnon epist. hist. Thuringiae (Band 1), dass die Gräfin Albrot, Gemahlin des Markgrafen Hermann, einen Teil ihrer Güter in Salzungen, Leimbach und Ronaha dem Kloster Fulda vermacht hat. Namhafte Geschichtsforscher halten das aber für zweifelhaft. Auch Dobenacker ist später zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich nicht um Rona und Leimbach bei Salzungen, sondern nur um die Wüstungen Ronaha und Leubach bei Fladungen handelt und gibt dabei als Quelle an: F.ie Gräfin Albrot, Gemahlin des Markgrafen Hermann, einen Teil ihrer Güter in Salzungen, Leimbach und Ronaha dem Kloster Fulda vermacht hat. Namhafte Geschichtsforscher halten das aber für zweifelhaft. Auch Dobenacker ist später zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich nicht um Rona und Leimbach bei Salzungen, sondern nur um die Wüstungen Ronaha und Leubach bei Fladungen handelt und gibt dabei als Quelle an: F. J. Dronke: Traditiones et antiquitates Fuldenses Cap. 66. Das Jahr 1058 scheidet also für unsere Betrachtungen aus.

Trotzdem bin ich der Ansicht, dass wir bereits im 10. Jahrhundert Unterrohn und Oberrohn als besiedelte Plätze ansehen können. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Nähe der wichtigen Salzquellen bei Salzungen und auf die mannigfachen Bodenfunde zwischen Salzungen und Vacha. So wurden z.B. 1885 beim Bau der Werrabahn, in der Nähe von Leimbach, 18 ungehenkelte Gefäße - Urnen, Becher, Tassen und Napfformen - in alten Gräbern freigelegt, die mit Knochenresten aufgefüllt waren. Die Gefäße und Knochenreste lagen 50 - 60 cm unter deer Erdoberfläche, etwa 2 Meter voneinander entfernt. Die Gefäße waren auf der Töpferscheibe gefertigt, zum Teil glatt, zum Teil einfach verziert. Ferner wurden fünf Lanzenstücke und eine Anzahl Fibeln gefunden, die alle der La Te`ne Zeit angehören und sich heute im Museum zu Meiningen befinden.

775 vermachte Karl der Große dem Kloster Hersfeld den Zehnt an der Kronvilla Salzungen und 786 das gesamte Gebiet um Dorndorf mit allem Zubehör. In der Grenzbeschreibung des Jahres 775 ist eine Werrafurt erwähnt, die an einer Stelle über die Werra führte, die auf dem Wege von Ettenhausen nach Lengsfeldlag und ihren Fortgang in einer Straße fand "ad tumulos qui vocantur Hagenhougi". Das war der Weg, der an der "Dicken Eiche"  bei Tiefenort vorbei führte und bei der Wacht zum alten Schloßgraben abzweigte. So kann meines Erachtens auch nur in unmittelbarer Nähe des an der Werra gelegenen "Schlößchens" die schon 775 erwähnte Werrafurt zu suchen sein, die in einem XXX noch deutlich wahrnehmbaren, auf der anderen Seite der Werra am Vackenrodaer Brunnen vorbei, durch die 1710 entstandene Gemeinde Kaiseroda führende Weg, ihren Fortgang nahm. 1695 ist auf einer alten Flurkarte (St. A. Weimar) an dieser Stelle die "vermeitntliche röhnische Furt" vermerkt. 1590 berichtet der Krayenberger Amtmann Heinrich Phillipp Spielhausen seiner Regierung, dass die Landesgrenze "geht von der Linde nach Hermannsroda und der Wüstung Eydendorf bis auf die untere Straße und dann gleich zur Werra hin bis an die röhnische Furt". Weiter ist angegeben: Unterrohn ist des Grafen von Hessen Hof; der Bach, der bei Unterrohn in die Werra fließt, bildet die Grenze aber mit der Maßgabe, dass Oberrohn Krayenbergisch ist, Unterrohn aber in das Gericht Salzungen gehört ( Erbbuch des Amtes Krayenburg 1583). Aus dem Jahre 1626 findet sich folgende Notiz vor: der sächsische Hof zu Unterrohn ist einesteils sächsisches Lehn, andererseits hessisches Lehn (der Hof war auch Loewe`scher Hof genannt). Zum sächsischen Lehn gehören: die Triftgerechtigkeit an der Schafhaltung für 250 Stück, etwa 40 Acker Artland und etliche Acker Wiesen. Diese Ländereien sind dienstbar wie andere Güter im Amte Kayenberg (St. A. Meiningen Reg7, 637).

Wie lange die Furt als Verbindung zwischen beiden Ufern an dieser Stelle gedient hat, ist leider nicht bekannt. Wahrscheinlich wird sie den Uferregulierungsarbeiten zum Opfer gefallen sein, die die Grafen von Beichlingen seit 1530 durchführten. Auch wird die Furt durch die inzwischen in Salzungen, Tiefenort und Vacha errichteten Brücken an Wert verloren haben. Vor einigen Jahren habe ich mit Herrn Burgwart Hermann Nebe eine eingehende Besichtigung des Geländes "am Schlößchen" und an der röhnischen Furt vorgenommen und dabei erneut bestätigt gefunden, dass wir es hier mit einer alten Befestigungsanlage zu tun haben, die wahrscheinlich aus vorchristlicher Zeit stammt. Sie weist ein vielgestaltiges System an künstlich errichteten Wallgräben auf und war damit auf das Beste für die Verteidigung eingerichtet. Hatten unsere Vorfahren hier einen strategisch wichtigen Grenzposten errichtet, war es eine Fliehburg für die Dörfer Unterrohn, Oberrohn und Vackenroda, oder war es ein Schutz und Schirm für den wichtigen Werraübergang nach Hagenhougi? Eine urkundliche Erklärung für den Namen Hagenhougi gibt es leider nicht, es kann aber nur der bewaldete Höhenzug zwischen der Werra und dem Ort Lengsfeld gemeint sein.

Alles das zeigt, wie wichtig das die Werrafurt beherrschende Schlößchen mit den unmittelbar dabei liegenden Siedlungen schon in früher Zeit für unsere Vorfahren war. In der Nähe der Werrafurt gelegen und eingebettet zwischen den schon 775 bzw. 786 erwähnten Plätzen Salzungen und Vacha werden die Höfe, die heute das Gebiet um Unterrohn und Oberrohn bestimmen, ein friedliches Dasein geführt haben. Sie waren so klein, dass die Chronik zunächste keine Beachtung davon nimmt. Und so kommt es, dass wir erstmalig 1209 - 1223 urkundlich auf Rona stoßen, als Albert von Frankenstein zu seinem Seelenheil dem Kloster der heiligen Maria in Breitungen nun Hufen seines Besitzes zu Rona vermachte (Dobenecker 2, Nr. 2122 und G. Brückner im Hennebergischen Urkundenbuch 2. Teil 1847).

Brückner und Dobenecker nehmen an, dass es sich nur um Unterrohn handeln kann und die Höfe Oberrohn und Mittelrohn damals noch nicht bestanden. Die Urkunde enthält keine Jahresangabe, sondern ist eingereiht in die Jahre 1209 -1223. Diese Rechnung ergibt sich aus den bekannten Lebensdaten des Ausstellers und der Zeugen. Die Urkunde liegt also nicht vor 1209 und nicht nach 1223, wohl ist es möglich, dass es inmitten der beiden angegebenen Daten liegt.

Am 24. November 1249 befreit Ludwig von Frankenstein das Dorf Rona von jeder Belastung, ausgenommen 30 Malter Gerste, wovon der Abt zu Breitungen 10 Malter und er 20 Malter erhalten sollte.

Nun fließen die urkundlichen Quellen über Rona schon besser, denn bereits am 18. Juli 1259 erfahren wir, dass Ludwig von Frankenstein dem Abt von Breitungen als Ersatz für den ihm zugefügten Schaden 2 Pfd. von den jährlichen Einkünften der Kirchen zu Rossdorf, Witzelroda, Rona und Husen überläßt (St.A. Marburg, Dobenecker).

Am 15.08.1280 verleiht Abt Heinrich von Fulda den Namen des Klosters Frauensee, die ihm von dem Ritter Otto von Kühndorf und seiner Gemahlin überlassene "Villa Rona" gegen einen jährlichen Zins von 12 Pfd. Wachs (Wenk, hessische Landesgeschichte). Inzwischen war Probst Konrad von Mizzenberg an die Spitze des Klosters Frauensee getreten, der sich von dem Ritter Otto von Kühndorf am 28.04.1284 in Tiefenort das ganze Dorf Rona mit allen Abgaben , Zinsen und Steuern, aber mit Ausnahme der Waldbestände, auf 5 Jahre verpfänden ließ (Dobenecker IV). Auch die Gerichtsbarkeit über das Dorf Rona, soweit sie zum Schloß Frankenstein gehörte, trat Heinrich von Krankenstein mit Einwilligung seiner Söhne Heinrich und Ludwig 1288 an das Kloster Frauensee ab (Heim, hennebergische Chronika III. 313).

Dadurch geriet Rona - bis jetzt weiß man aber immer noch nicht, ob Ober-, Unter- oder Mittelrohn gemeint ist, denn es ist stets nur von Rona die Rede- in die Abhängigkeit des Klosters Frauensee und damit nach dem Bauernkrieg in die des Landes Hessen. Interessant ist die Urkunde des Jahres 1308, in der die "auf dem Grund des Klosters Frauensee in Rona" errichtete Kapelle Erwähnung findet (ST.A. Weimar). In ihr wird der Salzunger Pfarrer Berthold angegeben, der sich damit einverstanden erklärte, dieses Gelände mit 5 Schillingen als zinspflichtig zu erklären. Als erster Pfarrer in Rona ist Petrus benannt, der als Zeuge am 14. Februar 1308 in einer Verkaufsurlunde es Klosters Frauensee vorkommt. Schon 1306 wird der Ronaer Pfarrer Petrus erneut als Zeuge in einer Urkunde über den Verkauf der Mühle zu Merkers aufgeführt. 1317 ist der Ritter Gottfried Ulin als hennebergischer Lehnsmann mit einer Hufe in Rona erwähnt (St.A. Marburg), die er 1366 an das Kloster Georgental verkaufte. 1344 erwarb das Kloster Frauensee auch die bei Mittelrohn gelegenen Fischteiche für 40 Pfd. Heller. Ich nehme an, dasss es sich dabei um das Erbgut der Nonne Angelika Ulin zu Mittelrohn gehandelt hat, da diese von ihrer Mutter geerbt und im gleichen Jahre dem Kloster Frauensee einbrachte.

Hatte Unter- bzw. Oberrohn eine eigene Kirche oder Kapelle? Ich kann es mir nicht denken, da weitere Nachrichten, als die über Pfarrer Petrus aus dem 14. Jahrhundert nicht vorliegen. Wahrscheinlich hatte er im Rahmen der Frauenseer Klosterkonvents den Bezirk Unter- und Oberrohn seelsorgerisch zu verwalten. Zu diesem Zweck wird wohl auch eine kleine Kapelle in Rohn vorhanden gewesen sein, die aber kaum über den Rahmen einer Andachtskapelle hinausgegangen sein dürfte. Jedenfalls ist weder eine Kapelle noch eine Kirche in der Verkaufsurkunde von Ludwig und Syboth von Frankenstein an das Stift Hersfeld vom Jahre 1330 ("Mittelrona und Oberrona ganz sampt dem Walde der Winterkasten") genannt, noch in der Verkaufsurkunde der Hersfelder über den Verkauf des Amtes Krayenberg an Thüringen vom Jahre 1407 die Rede. Auch im Registrum Subsidii Clero Thuringiae, Anno 1506, einem Verzeichnis der Abgaben des thüringischen Klerus vom Jahre 1506 ist die Kirche nicht aufgeführt. Im Registrum Subsidii ist wohl die Kirche "zoum Szehe", aber keine in Unterrohn angegeben. Über die große Kirchenvisitation 1533 liegen aus unserer Heimat ausführliche Berichte über die Gemeinden Salzungen, Ettenhausen, Tiefenort und Dorndorf vor. Ebenso enthalten die Protokolle über die versuchte Rückgabe des Amtes Krayenberg an Hersfeld (1549/ 1551) viele Einzelheitenüber die damaligen Zustände in unserer Heimat (St.A. Weimar, Reg.B. 460-413). Alle schweigen sich aber darüber aus, ob in Unterrohn oder Oberrohn betreits eine Kirche oder Kapelle mit einem Pfarrer bestanden hat. Genauso ist es mit dem ersten Personenverzeichnis, das wir über das >>Amt Kraygerg besitzen, dem Register der Steuern zur Burg Krayenberg vom Jahre 1557 (St.A. Weimar, Reg.Eis. Archiv 231).

Etwas mehr über Unterrohn und Oberrohn erfahren wir durch das Staatsarchiv Marburg in dem Aktenstück "1484 Kirchensachen 22a/2". Danach scheint Unterrohn der größte besiedelte Platz der drei Höfe fast gleichen Namens gewesen zu sein.  Hier werden erwähnt: Hans Wengk als Schäfer und Hofmann zu Unterrohn, ferner Heinrich Wahns als Hofmann und Heinrich Gerlach, der von sich berichtet, dass seine Eltern in Tiefenort wohnen, er aber schon seit 50 Jahren in Unterrohn ansässig sei. 1626 ging der Hof Unterrohn in den Besitz des Salzunger Amtsschlossers Hyranimus Loewe über. Die Untertanen waren gegen eine jährliche Abgabe von 5 Rtlern fronfrei bis auf zwei Frontage jährlich und die üblichen Jagdfronen (St.A. Meiningen Reg. 7, 637).

Nach Brückner löste sich die Kirche in Unterrohn von Salzungen und kam im 15. Jahrhundert ganz unter Einfluss von Frauensee. Das Kloster Frauensee wurde im Bauernkrieg gänzlich zerstört und fiel dem Landgrafen von Hessen zu, und zwar mit allem Zubehör, also auch mit Unterrohn und Oberrohn. Darüber kam am 15. Juli 1540 ein Vertrag zustande zwischen den Kurfürsten Johann Friedrich und dem Herzog Johann Ernst von Sachsen einerseits und dem Landgrafen Philipp von Hessen andererseits. Die Gerichtsbarkeit und die Steuern standen hiernach dem Landgrafen zu, während die Jagd den Herzögen von Sachsen verbleiben sollte. (Fortsetzung offen ?!)

Erarbeitet von Max Sauerbrei

Quelle des aufgeführten Dokuments: erarbeitet von Max Sauerbrei - in Auftrag gegeben von der letzten, hauptamtlichen Bürgermeisterin von Oberrohn - Frau Brigitte Amthor, aus dem jetzigen Besitz von Herrn Eberhardt Amthor.  Das COPYRight liegt beim Eigentümer des Dokuments.

 

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